Internationale Laborberatung


Für jedes Labor das Richtige, nicht für alle Labors dasselbe!

Der KVP im Spannungsfeld

Theorie und Praxis des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses gehen von der ökonomischen Tatsache aus, dass die Konkurrenzfähigkeit eines Produktes oder einer Dienstleistung nur erhalten werden kann, wenn es daran ständige Verbesserungen gibt. Dabei beschränkt sich die Qualität nicht nur auf das Produkt oder die Dienstleistung selber, sondern auf alle Begleitumstände, die für den Kunden eine Verbesserung der Leistungserbringung bzw. einen Mehrwert darstellen. Neben dem Preis und der Liefertreue wären das z. B. auch die Beratung, die Ansprechbarkeit, das Verhalten gegenüber dem Kunden usw., kurzum die Kundenorientierung.

Doch wie werden daraus Qualitätsziele für unser QM-System? Alle genannten Aspekte stellen für den Kunden Aspekte seines Qualitätsanspruches an das Produkt, die Leistung oder den Lieferanten dar. Kein Produzent oder Leistungserbringer (Monopolist bis zur Abschaffung des Monopols ausgenommen) wird sich auf Dauer nur durch sein Produkt behaupten können, wenn die anderen Punkte vernachlässigt oder gar missachtet werden.

Somit würde es z. B. schon ein legitimes Ziel sein, bei Änderungen von Prozessen die Qualität des Produktes oder der Leistung aufrecht zu erhalten. Deshalb steht diese Forderung z. B. auch so in der ISO 17025.

Das kann z. B. bei einem Umzug des Labors schon eine echte Herausforderung sein und die Zielerreichung eine sehr gute Leistung darstellen, auf die alle stolz sein können.

Was ist der kontinuierliche Verbesserungsprozess (KVP)?

Unter KVP ist in erster Linie nicht der eine große Wurf gemeint, sondern die Kontinuität in vielen kleinen Schritten. Für große Würfe kommen Techniken zum Tragen wie z. B. Benchmarking oder auch Prozess-Reengineering (BPR), also einschneidende und in aller Regel auch teure Schritte bzw. Schnitte. Diese sollten dann zur Anwendung kommen, wenn man ansonsten chancenlos hinter der Konkurrenz zurückliegt und keine andere Möglichkeit mehr hat, um mit dieser wieder gleichzuziehen oder besser, diese zu überholen.                                     

Für den KVP kommen Techniken zum Tragen wie z. B. Kaizen, six sigma, TQM (total quality management), Lean Management, Lean Production und TPS (Toyota Production System), oder eben die ISO-Normen als Rahmen. 

Ganz grob die wesentlichen Forderungen aus den ISO-QM-Normen zusammengefasst:

Das QM-System ist dabei Mittel zum Zweck, keinesfalls aber nur eine Zertifizierung bzw. Akkreditierung mit Papier und Urkunde, überflüssigen Tätigkeiten und viel Papier.

Das QM-System hat in Wirklichkeit einige elementar wichtige Funktionen:

Die kontinuierliche Verbesserung ist eine Philosophie und deshalb nicht von heute auf morgen realsierbar. Gerade länger bestehende Organisationsstrukturen tun sich damit schwer, es bedarf intensiven Trainings aller Mitarbeiter, vor allen Dingen auch vorbildhaften Einsatz aller Verantwortlichen.  

Kontinuierliche Verbesserung im Sinne von Kaizen bedeutet die Festlegung von Standards. Diese Standards stellen immer den momentanen und von allen Betroffenen erarbeiteten, vereinbarten Stand der "best practice" dar. "Standard" in diesem Sinne ist also niemals der kleinste gemeinsame Nenner oder etwas, worauf man sich verständigt hat, damit es niemandem weh tut. Nein, Standard in diesem Sinne ist immer und ausschließlich der bestmögliche Weg, etwas zu tun. Dazu bedarf es der Expertise aller Beteiligten. Das ist die Philosophie und nur in diesem Kontext macht es Sinn. Der gesamte Erfindungsreichtum aller Mitarbeiter fließt darin ein, es ist eine ständige Herausforderung für alle.

Jeder, der von diesem Standard abweicht, kann es nicht besser, sondern nur schlechter machen. Verbesserungsvorschläge, egal wie groß oder klein, werden immer auf ihre Wirksamkeit hin untersucht und bewertet und nur dann, wenn diese nachgewiesen wird, eingeführt und damit zum neuen Standard erhoben, der dann "best practice" ist. Sollte es sich herausstellen, dass eine Verbesserung nicht erreicht wird, so wird diese Maßnahme wieder zurückgenommen und nicht aus Prinzip beibehalten.

Standard bedeutet also auf keinen Fall "Stillstand", sondern ist die Messgröße für Verbesserung. Unter diesem Aspekt dürfte es niemandem schwerfallen, neue Ziele zu finden und das Rad in Schwung zu halten. Mit Qualität ist es immer verbunden, wenn man die Ziele der Kunden zu seinen eigenen Zielen macht und damit eine langfristige, für beide Seiten zutiefst zufriedenstellende Beziehung aufbaut.

Mehr zum Thema erfahren Sie auf Wunsch auch bei einer Schulung vor Ort. Bitte sprechen Sie uns an.